(53) Schacht Antonsglück

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Von den ohnehin nur provisorisch errichteten Tagesanlagen des später nie in Produktion gekommenen Kaliwerkes Antonsglück bei Adenbüttel OT Rolfsbüttel haben sich nur wenige Sachüberreste erhalten. Die Schachtsäule wurde nach dem WK2 mit Kies gefüllt und mit einer Betondecke versehen. 

Abb. 53-1: Antonsglück. Bereich der ehemaligen, provisorischen Tagesanlagen
(Schacht in der Bildmitte); heute Pferdekoppeln und Stallungen

Heute wird das Gelände von einem Pferdehof genutzt (Abb. 53-1 und 53-2). Aus dem „vierseitigem Mauerpfropf“[1] am Schacht ist ein kleines Betonklötzchen in unmittelbarer Nähe eines Gerätecontainers geworden, auf dem die kleine Schachttafel befestigt wurde (Abb. 53-3 und 53-4).
Die „Betonfundamente des Teufgerüstes (…) innerhalb einer Viehkoppel“ sind nicht mehr zu erkennen; wir gehen davon aus, dass diese komplett zurückgebaut wurden. 

Abb. 53-2: Antonsglück. Schachtbereich. Im Vordergrund Betonpfeiler mit Schachtschild,
im Hintergrund ehem. Verwaltungs- und Kauengebäude (Westgiebel)
Abb. 53-3: Betonpfeiler mit Schachtschild
Abb. 53-4: Schachtschild. Details




Das ehemalige Verwaltungs- und Kauengebäude wird man leider nicht mehr als „wichtigen und für den Kalibergbau typischen und kennzeichnenden Architekturen“ zurechnen können. Geblieben sind die Grundmauern eines langgestreckten Ziegelbaukubus. Merkmale des Historismus, besonders die hoch aufragenden Ziergiebel sind nicht mehr vorhanden bzw. verstecken sich „formbereinigt“ u.U. hinter der holzverschalten Fassade (Anm.: Die Fensterteilung im Dachgeschoss entspricht der ehemaligen Gliederung des Giebels). Das großformatige Eisenblech mit Schlägel-und-Eisen-Emblem nebst Jahreszahl 1909 – auf alten Ansichtskarten abgebildet – ist somit auch nicht mehr vorhanden (Anm.: [1] ist nicht zu entnehmen, ob es 1979/80 bereits schon demontiert war). 
Das Gebäude erhielt in der Folgezeit eine neue Dacheindeckung. So ist denn auch das herausgehobene Satteldach der provisorischen Kaue, wie noch in [1], Seite 711 gezeigt, nicht mehr vorhanden. Dem neuen Wellplattendach mussten auch die niedrigen, fialenbekrönten Dreiecksgiebelchen an den Gebäudelängsseiten weichen, da der Trauf- und Kniestockbereich „bereinigt“ wurde. Deren beidseitigen, auskragenden Lisenen sind egalisiert bzw. rückgebaut worden. Deren Lage lässt sich aber durch farbliche Unterschiede im Fugenbild der Grundmauern noch erkennen. Die Fenster (mit unveränderter Stichbogenöffnung) wurden zugemauert.


Abb. 53-5: Pfeiler/Torzufahrt zum Zechenplatz. Im Hintergrund holzverschaltes
Verwaltungsgebäude
Abb. 53-6: Hoher Kniestock mit zurückgebauten Dreiecksgiebeln. Man beachte die
Flecken im Mauerwerk beidseitig der zugemauerten Fensteröffnungen als Lageanzeiger
der auskragenden Lisenen
Abb. 53-7: Detail Südfassade. Verwaltungs- und Kauengebäude



Die Sachüberreste der Einfahrtsmauer - drei aus Backsteinen gemauerte Pfeiler mit schmalen Putzflächen -  sind noch vorhanden, wenn auch in keinem guten baulichen Zustand (Abb. 53-5 und 53-6). 

Ein kleiner, gemauerter Schuppen an der Ostseite stammt ebenfalls aus den Anfangszeiten der provisorischen Schachtanlage. Die ehemalige Funktion des Gebäudes ist jedoch unklar (vgl. hierzu den rechten Bildrand der Abb. S. 711 in [1]. (Abb. 53-8). 


Abb. 53-8: Schuppen, östlich des Verwaltungsgebäudes






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